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Diorama Blog


Im Miniaturformat durch verschiedene Epochen und Länder (Teil I)


Datum: 2.11.2008 19:33 Uhr

Ob N, TT, HO, Z, 0 oder 1: Faszinierende Schauanlagen verschiedener Spurweiten lassen die Herzen der Modellbahnfans vom 6. bis 9. November auf der Modellbahn in Köln höher schlagen. Insgesamt 15 Anlagen, die von Clubs, Vereinen oder Einzelpersonen mit viel Liebe zum Detail gebaut wurden, sind auf der Internationalen Ausstellung für Modellbahn und -zubehör, Spielzeug und Hobby, zu sehen. Hier ein kurzer Überblick über die ersten 11 der 15 gezeigten Anlagen. Die restlichen Informationen folgen in Kürze.

Spur H0: Bergische Eisenbahnfreunde e.V.
Das Thema der bis zu 25 x 25 Meter großen Anlage der Wipperfürther ist Klassisch: Hauptbahn mit abzweigender Nebenbahn. Betriebliche Besonderheiten sind ein Spitzkehrenbahnhof sowie der Hafen mit funktionierendem Güterumschlag sowie ein Privatbahn-Bahnhof. Gefahren werden allem Züge sowohl mit Dampf- als auch Diesellokomotiven überwiegend in Epoche III und IV, im Hafen herrscht aber der moderne Verkehr der Epoche V vor. Was die Schauanlage zu etwas Besonderem macht, ist ihre Steuerung. Auf der analog betriebenen Hauptbahn verkehren dank raffinierter Schaltung Märklin-Loks einträchtig neben Gleichstromfabrikaten. Die Nebenstrecke dagegen ist komplett digitalisiert.

Spur H0: IG Modellbahn Kaarst e.V.
Die fiktive Anlage Karslforst entstand ohne konkretes Vorbild als zweigleisige, nicht elektrifizierte Strecke nach Motiven aus dem Raum Wuppertal/ Solingen/Remscheid. Angesiedelt ist sie in den 1960er-Jahren, als Dampf- und Dieselloks einträchtig nebeneinander verkehrten. Betriebsmittelpunkt ist der mehr als zehn Meter lange Durchgangsbahnhof mit seinen mehr als 30 Signalen und angeschlossenem Betriebswerk mit sechsständigem Rundschuppen samt Drehscheibe. Der Aufbau besteht aus Modulen und Segmenten, in der Regel in den Abmessungen 60 x 108 Zentimeter. Bahnhöfe und das Bahnbetriebswerk weichen allerdings vom Raster ab. Gesteuert wird die Zweileiter-Gleichstrom-Anlage per Computer, die Software stammt von Gahler und Ringstmeier.

Spur H0: VBBS Weinbergsweg Berlin
Bekannt geworden ist der Verein für Berlin-Brandenburgische Stadtbahngeschichte vor allem durch seine beeindruckende Anlage nach Motiven der Berliner S-Bahn. Zur Modellbahnmesse Köln präsentiert er aber die seit 1984 stetig wachsende Modulanlage nach Brandenburger Motiven. Sie basiert auf dem Prinzip der Nord-Module und zeigt eine elektrifizierte, zweigleisige Hauptbahn zu Zeiten der DDR-Reichsbahn der 1970er- und 1980er-Jahre. Die Modulanlage besteht im Moment aus 20 Einzelmodulen, die sich zum Teil noch im Bauzustand befinden. Interessierte Besucher können dies zum Erfahrungsaustausch in Sachen Anlagenunterbau nutzen.

Spur H0: H0-Freunde Tecklenburger Nordbahn
Als Vorbild für diese Anlage dient die 1905 zunächst als Schmalspurbahn gebaute, aber in den Jahren 1934/35 auf Normalspur (1435 Millimeter) ausgebaute gleichnamige Bahn. Am 28. Mai 1967 wurde der Personenverkehr eingestellt; der Güterverkehr besteht heute noch. Die Anlage entstand aus Segmenten in offener Rahmenbauweise mit einer Segmentgröße von 120 x 60 Zentimeter. Während der Bauzeit von etwa zweieinhalb Jahren wurde die Anlagenform der Originalstrecke angepasst. Gefahren wird in der Epoche III, der dargestellte Streckenverlauf entspricht einer Länge von gut sieben Kilometer vom Bahnhof Westerkappeln über den Haltepunkt Langenbrück bis zum Bahnhof Mettingen. Alle Häuser wurden nach Originalfotos im Eigenbau oder als Umbau nachgebaut, die Figuren selbst bemalt. Selbst die Schotterung der Gleise besteht aus Originalschotter in Osnabrück-Eversburg (auch Piesberg genannt). Die Anlage wird analog gesteuert, die Gleisbildstellpulte sind ebenfalls komplett in Eigenbau entstanden. Um den Betrieb akustisch zu unterstützen, befinden sich Soundbausteine im Zug und auch unter der Anlage. Als Gleismaterial dienen rund 45 Meter Roco-Line ohne Bettung mit insgesamt 20 Weichen. An einem Ende der Anlage befindet sich ein Schattenbahnhof in Form eines Fiddle-Yard. Zum Umsetzen der Loks gibt es am hinteren Ende ein kurzes Stumpfgleis. Die Gesamtlänge der mit einer eigenen Ausleuchtung versehenen Anlage beträgt ca. 31 Meter.

Spur H0: IG Kirmes & Kirmesmodellbau
Zur Interessengemeinschaft Kirmesmodellbau habe n sich drei engagierte Modellbauer zusammengeschlossen, die nun in Köln gemeinsam ihre Werke präsentieren wollen. So zeigt Andreas Ciupek in H0 das berühmte Volksfest "Canstatter Wasn". Die Mitstreiter Martin Jakubith und Thomas Peter präsentieren weitere, überwiegend selbst gebauter Modelle in H0 und N. Wie viel Aufwand dahinter steckt, verraten zwei Zahlen: Verbaut wurden mehr als 5.000 LED und 3.500 Miniaturfiguren.

Spur H0: SPB Schynige Platte-Bahn
Die Anlage "Schynige Platte - Luzern" wurde nach dem klassischen Thema Haupt- und Nebenbahn mit Punkt-zu-Punkt-Verkehr konzipiert. Die meterspurige Brünigbahn (SBB) dient hier im Modell als Zubringer für die Schynige Platte-Bahn. Wie im Original ist die Bergstrecke mit gemischtem Adhäsions- und Zahnradbetrieb von zwei Tallinien für reinen Adhäsionsbetrieb flankiert. Im Luzern beginnend, führt die Brünigbahn auf der nördlichen Tallinie bis nach Giswil. Dort beginnt die Bergstrecke mit Steigungen und Gefällen von bis zu 121 Promille. Mitten im durchgehenden Zahnstangenabschnitt der Südrampe liegt die Dienststation Brunnenfluh, welche über zwei Zahnstangenweichen verfügt. Der Talboden wird bei Meiringen erreicht, wo sich das Betriebszentrum der Anlage befindet. Dank dem gewählten Epochenbereich von 1980-1994 wird der Bahnbetrieb zwischen Giswil und Meiringen durch Lokwechsel und Vorspanndienste bereichert. Auf fast ebener Strecke führt die Bahn nun zur Endstation Interlaken Ost (Schattenbahnhof). Dort stellt die Berner Oberland-Bahn (BOB) als ebenfalls meterspurige Anschlusslinie den Weitertransport der Reisenden sicher. Von ihrer derzeitigen Endstation Wilderswil aus führt die Schynige Platte-Bahn als Bergbahn mit reiner Zahnradtraktion die Reisenden via Breitlauenen zum höchsten Punkt der Anlage, der Schynigen Platte. Auch im Modell haben die kleinen Zahnradloks eine gewaltige Steigung zu erklimmen. Alle Fahrzeuge und Gebäude entstanden im Eigenbau nach konkreten Vorbildern.

Spur TT: Eisenbahnfreunde Leinefelde e.V.
Vorbildbahnhöfe für die TT-Anlage waren Worbis und Dingelstädt im Eichsfeld, für den fiktiven Hauptbahnhof stand Leinefelde Pate. Angesiedelt ist sie in der Epoche III/IV, es verkehren aber auch moderner Garnituren. Die Anlage ist von der Grundform L-förmig und hat eine Kantenlänge von rund 11 bzw. 3,5 Meter. Insgesamt wurden auf der Anlage etwa 170 Meter Gleis sowie 75 einfache und fünf Doppelkreuzungs-Weichen auf zwei Ebenen verlegt. Damit können selbst Modell- Güterzüge mit 35 Waggons problemlos eingesetzt werden, bei Vorbild waren solche im Zementverkehr alltäglich. Gesteuert wird analog über Trafos, unterstützt von einer Fahrautomatik im Schattenbahnhof. Erweitert wird die Anlage derzeit um ein Modell des Viaduktes von Lengenfeld unterm Stein.

Spur N: Fürther Eisenbahnclub
Freude am Fahren ist das Leitmotiv für die gut 40 Meter lange Modul-Anlage mit fünf Bahnhöfen und drei großen Schattenbahnhöfen. Sie besteht aus 35 Modulen und benötigt aufgebaut eine Standfläche von etwa 21 x 10 Meter. Verlegt wurden 500 Meter Fleischmann-Gleis mit 150 Weichen und Kreuzungen. Der Betrieb wird analog gesteuert, in Bahnhöfen aber digital. Mittelpunkt ist der 13-gleisige Hauptbahnhof mit Fern-, Nah-, S-Bahn- und Güterverkehr und Drehschiebebühne. Das angeschlossene Betriebswerk besitzt zwei Drehscheiben und je einen 9- und 21-ständigen Lokschuppen. Im Stadtbereich existiert zudem eine Straßenbahn und rund um den Bahnhof Waldbrunn fahren auf 40 Meter Straße Autos nach dem Car-System von Faller.

Spur Z: Modellbahnfreunde Bliesen e.V.
Das Thema der 9,5 Meter langen Anlage im Maßstab 1:220 ist eine zweigleisige Hauptstrecke mit Durchgangsbahnhof. Die Strecke führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Im Mittelpunkt steht der Bahnhof mit 5 Gleisen. Das Wenden der Züge erfolgt, für den Betrachter verdeckt, im Hintergrund der Anlage. Am linken Ende der Anlage ist ein Schattenbahnhof mit 8 Gleisen angeschlossen. Dadurch können etwa 15 unterschiedliche Zuggarnituren wechselweise auf der Anlage verkehren. Besonderer Wert wurde auf den lebhaften Verkehr gelegt der durch eine PC-gestützte Steuerung manuell, teil- oder vollautomatisch geregelt wird. Langjährige Erfahrungen im Bau und Betrieb einer Anlage dieser Baugröße sowie die digitale Computersteuerung ermöglichen eine in dieser Spurweite beachtliche Betriebssicherheit. Besonderheit der Anlagensteuerung sind der Verzicht auf Lok-Decoder und die Möglichkeit des Nachbaus aller Schaltungen durch die Veröffentlichung im Internet.

Spur 0: Modellbahn Arbeitsgemeinschaft 7/11 Aschersleben e.V.
Kernstück der Segmentanlage im Maßstab 1:43,5 bildet die Betriebsstelle Serena der Chicago Burlington & Quincy im US-Bundesstaat Illinois, die mit zwei Gleisanschlüssen ausgestattet ist. Sie wurde nach umfangreichen Recherchen und Planungen maßstäblich umgesetzt. Nach der Erweiterung mit einigen Streckenmodulen sowie einem Schattenbahnhof erreicht sie im vollständigen Umfang die Gesamtabmessungen von 11,5 x 4,9 Meter. Für einen abwechslungsreichen Betrieb auf dieser Anlage stehen neben mehrere Lokomotiven über 130 Güterwagen zur Verfügung. Gesteuert wird die Anlage inzwischen komplett digital. Zudem besitzen alle Loks auch Sounddecoder, die für entsprechende Betriebsgeräusche sorgen.

Spur 1: Preußische Vorbilder: Klaus Brömstrup (Osnabrück)
Preußische Motive aus der Zeit der jungen Bundesbahn sind das Thema der 13 Meter langen Anlage im Maßstab 1:32. Betriebsmittelpunkt ist der 7,5 Meter messende Endbahnhof drei Bahnsteigen, Umfahrgleis und kleiner Lokstation. Deren Schuppen besitzt neben vorbildgerechten Untersuchungsgruben auch motorisch angetriebene Tore. Alle verwendeten Materialien genügen höchsten Ansprüchen: Die Gebäuden kommen aus dem Werkstätten der Kleinserienspezialisten Stangl oder Studio 95, das Begrünungsmaterial stammt ausnahmslos von Silhouette.

Modellbahn in Köln: Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Die Modellbahn findet vom 6. bis 9. November 2008 in den Hallen 10 und 11 auf dem Kölner Messegelände statt. Einlass ist an den Eingängen Süd und Ost. Die Veranstaltung ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet im Vorverkauf 10 Euro/ ermäßigt 8 Euro. Eine Familienkarte (gültig für 2 Erwachsene und 2 Kinder) kostet 26 Euro. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Mit der Eintrittskarte können Besucher die Busse und Bahnen im gesamten VRS-Gebiet kostenfrei nutzen und so günstig und stressfrei zu den Kölner Messehallen gelangen. Eintrittskarten für die Modellbahn gibt es im Vorverkauf bei KölnTicket (Telefon: 0221-2801).

verfügbar in: Aktuelles Modellbau DruckversionPermalink